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Schöner Schonen

Auflage 2018. Buch.
30 x 21 cm. Hardcover.
156 Seiten
(165 farbige Abb.)
24,00 € [D] inkl. MwSt.
ISBN 978-3-943622-37-9

https://www.amazon.de/Schöner-Schonen-Nina-Krüger-Schmale/

Verhüllen, verbergen, entblößen – so lauten die Konstanten im Werk Nina Krüger-Schmales. Ob Objekte, Skulpturen, Malerei, Zeichnungen, Collagen, Fotomontagen, Entwürfe für den öffentlichen Raum, Performances, Aktionen oder Videos – die Berliner Künstlerin nutzt eine Vielzahl künstlerischer Medien. SCHÖNER SCHONEN zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch dieses vielfältige ironische bis bitterernste Werk, das einen laut loslachen, verhalten grinsen, aber auch erschrecken und erschauern lässt.

Stets wiederkehrend in ihrem vielfältigen Œuvre ist der eher aus dem Bereich des Textilwesens stammende Schonbezug. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte hat sie das Thema Schonbezüge in vielen Varianten künstlerisch verarbeitet. Die Künstlerin spricht in diesem Zusammenhang von Textilobjekten. Die dem eigentlichen Wortlaut des Begriffs „Schonbezüge“ innewohnende Bedeutung der „Schonung“ von Gegenständen führt Nina Krüger-Schmale in ihrer künstlerischen Aneignung immer wieder auf humorvolle Art und Weise ad absurdum.
Neben ihrer Beschäftigung mit Schonbezügen aus der Alltagsrealität und deren Abbildungen in Katalogen, Zeitschriften, Werbeanzeigen oder Büchern fertigt Nina Krüger-Schmale auch eigenhändig Schonbezüge an, um damit verschiedene Objekte, aber auch Menschen, Maschinen oder Gebäudeteile zu verhüllen. Die ernste und durchaus politische Seite im Werk von Nina Krüger-Schmale zeigen die Arbeiten, in denen sie sich mit den Themen Gewalt, Krieg, Folter und politische Willkür auseinandersetzt. Immer wieder thematisiert sie die Sinnlosigkeit von Kriegen und die Machtlosigkeit von Individuen in autoritären Strukturen, etwa im männlich dominierten Kriegs- und Militäralltag. Auch die Unterdrückung von Frauen in bestimmten Gesellschafts- und Religionsgemeinschaften ist Gegenstand ihrer künstlerischen Arbeit.
Neben einem Querschnitt der künstlerischen Arbeiten bietet SCHÖNER SCHONEN auch einen Rückblick auf Performances und Aktionen der Künstlerin, die regelmäßig selbst, häufig zusammen mit anderen Künstlern und Freunden, vor Publikum und im Stadtraum auftritt. Die humorvollen, teils selbstironischen Aktionen erregten oftmals Aufsehen in der Öffentlichkeit und in den Medien.
Nina Krüger-Schmale nähert sich in ihrer Kunst der Alltags- und Dingwelt sowie dem gesellschaftlichen und politischen Diskurs mit einem ebenso humorvollen wie entlarvenden Gestus. Mittels des Schonbezugs erobert sie sich Gegenstände, Architektur, Menschen und den Stadtraum. Manuell Hergestelltes verbindet sich mit Gefundenem. In der Sprache von Nina Krüger-Schmale heißt das lakonisch: „SCHÖNER SCHONEN.“

Bestellungen sind über die üblichen Buchhandels-
wege oder direkt beim Verlag (über die Website
www.boehland-schremmer-verlag.de oder E-Mail
an info@boehland-schremmer-verlag.de oder Fax
an +49(30) 75 44 33 42) möglich.

Ankündigung zur Buchpräsentation auf der Nit de L’Art

Von: Martin Breuninger

(….) “ Ihr Buch „Schöner Schonen“ ist eine Retrospektive auf 40 Jahre künstlerischen Schaffens. Und es ist gespickt mit Zitaten über das Wesen der Kunst. Diese Reflexionen sind zwischen die Arbeiten Krüger-Schmales gestreut.

<ihre Werke bringen einen zum Lachen, etwa in Anbetracht der Oma im Schonbezug mit Leopardenmuster samt passendem Hündchen, dem der Kackbeutel anhaftet. Im nächsten Moment bleibt das Lachen im Halse stecken, etwa beim Burkabezug, der sich in ein Fluchtzelt verwandeln lässt. Dann wieder muss man grinsen, weil die Bezüge von Türklinke und Wasserhahn wie ein Pimmelschoner wirken. Und gleich darauf fühlt man sich ertappt, wenn es in einem Zitat des früheren Direktors der Neuen Nationalgalerie in Berlin, Dieter Honisch, über die Kunst heißt: “ Sie leistet nur so viel, wie der Betrachter zu leisten imstande ist“.

Für Krüger-Schmale ist das Buch auch ein Abschluss ihrer Schonerphase. Da hält sie es mit dem Bildhauer Richard Serra: „ Ich glaube, Kunst ist eine Aktivität, die sich selbst verzehrt, sie verzehrt sich mit jedem Stück, das man vollendet, und dann kommt etwas anderes.“

Mallorca Magazin 30/2019 S.59

Mein Patent einer Atemschutzmaske